"How dogs learn"
von Mary R. Burch, Jon S. B, Jack Michael ist ein auf Englisch erschienenes Buch, das sich mit der Ausbildung und dem Training von Hunden beschäftigt. Es wird sehr viel Wert auf die Darstellung der theoretischen Zusammenhänge gelegt. Die Autoren sind Verhaltenspsychologen, gleichzeitig sind sie auch Hundetrainer und betreiben Hundesport. Dieses Buch beschäftigt sich mit den wissenschaftlichen Grundlagen der Hundeausbildung und stellt diese in ihrem praktischen Zusammenhang während der Hundeausbildung dar.
Nachstehend eine kurze Beschreibung und Zusammenfassung der einzelnen Kapitel, diese sind übersetzt und stehen in Anhang als pdf-Datei zur Verfügung.
1. Kapitel - Die Wissenschaftler
Hier berichtet Mary R. Burch über die Geschichtliche der Verhaltensforschung, die etwa im 19. Jahrhundert begann. In Russland führte Pawlow seine Untersuchungen zur Verdauung bei Hunden durch. In den USA stellte Thorndike das Gesetz der Auswirkungen auf. Vor allem in den USA wurden die Gesetzt der Operanten Konditionierung aufgestellt, die dann bei der Ausbildung von Tieren, beispielsweise Delphinen, aber auch von Hunden eingesetzt wurden ...mehr [21 KB]
2. Kapitel - Die Hundeausbilder
Gibt einen Überblick über die Entwicklung des Hundetrainings in Europa und in den USA. Die populären Hundeausbilder und ihre Methoden werden vorgestellt. Da es sich um ein amerikanisches Buch handelt, liegt der Schwerpunkt auf der Hundeausbildung in den USA. Als Deutscher wird Konrad Most erwähnt, der in den 30er Jahren den deutschen Klassiker der Hundeausbildung schrieb ...mehr [34 KB]
3. Kapitel - Verstärkung
Im dritten Kapitel wird ausführliche das Prinzip der Verstärkung vorgestellt. Die theoretischen Grundlagen der positiven und negativen Verstärkung werden erläutert. Deren Bedeutung für die Hundeausbildung wird aufgezeigt und Beispiele werden dargestellt. Auf die Wahl der Verstärker wird eingegangen sowie auf die zeitliche Abfolge der Verabreichung der Verstärker ...mehr [55 KB]
4. Kapitel - Löschung
Hier wird dargestellt nach welchen Grundsätzen Verhalten zum Verschwinden gebracht werden kann. Dieser Vorgang wird in der Verhaltensbiologie als Löschung bezeichnet und unterliegt den Gesetzen der Operanten Konditionierung ...mehr [27 KB]
5. Kapitel - Strafe und Bestrafung
Strafe im Sinne der Operanten Konditionierung ist wertfrei und bedeutet lediglich, dass Verhalten, dem eine unangenehme Konsequenz folgt, in Zukunft wahrscheinlich weniger häufig auftritt. Wenn ich mich am Griff einer heißen Pfanne verbrenne, werde ich in Zukunft weniger häufig eine heiße Pfanne anfassen. Strafe im Hundetraining umfasst eine Vielzahl von Reizen und Einwirkungen, die, mit ausreichender Intensität angewendet, die Wahrscheinlichkeit des zukünftigen Auftretens dieses Verhaltens verringern. Beispiele hierfür sind Leinenrucke oder ein laut ausgesprochenes "Nein". Mary R. Burch verweist darauf, dass sich auch Strafreize konditionieren lassen und Strafe in der Hundeausbildung nicht mit Misshandlungen und Grobheiten zu tun hat ...mehr [29 KB]
6. Kapitel - Stimuluskontrolle
In diesem Kapitel geht es darum, wie teile ich dem Hund mit, was von ihm verlangt wird. Mit anderen Worten, wie bringe ich Verhalten unter Kontrolle und mache es abrufbar. Was anfänglich im Buch sehr theoretisch klingt, wird anhand von Beispielen genau dargestellt und beschrieben. Der Zusammenhang mit Hundetraining wird hergestellt. Ohne die Prinzipien der Stimuluskontrolle, Reizdiskrimination und Generalisation können Hunde nicht wirkungsvoll ausgebildet werden. Allerdings ist den meisten Hundeausbildern kaum bewußt, dass es hierzu wissenschaftliche Beschreibungen und Anweisungen gibt ...mehr [117 KB]
7. Kapitel - Klassische Konditionierung
Hier werden die Grundzüge der klassischen Konditionierung dargestellt und die sich daraus ableitenden Methoden der Verhaltenspsychologie, die auch im Hundetraining angewendet werden. Die Rede ist von Konditionierung einer Fluchtreaktion, Gegenkonditionierung, Gewöhnung, Desensibilisierung und Reizüberflutung ...mehr [26 KB]
8. Kapitel - Funktionale Verhaltensanalyse und -diagnostik
In diesem Kapitel werden die Methoden beschrieben, mit denen Verhaltensprobleme bei Hunden angegangen werden. Diese Methoden sind sehr ähnlich denen, die auch beim Menschen in der Verhaltenstherapie angewendet werden. Siehe hierzu die kurze Einführung in Verhaltensanalyse am Ende des Buches ...mehr [20 KB]
9. Kapitel - Medizinische und durch die Umwelt bedingte Verhaltensprobleme
In diesem Kapitel wird ausgeführt, wie medizinische Probleme zu Verhaltensproblemen führen können und welchen Einfluss Umweltbedingungen haben können ...mehr [19 KB]
10. Kapitel - weitere Faktoren, die das Training beeinflussen können
Hier wird auf Unterschiede zwischen den Rassen und auf individuellen Unterschiede innerhalb einer Rasse eingegangen ...mehr [23 KB]
11. Kapitel - Shaping
Shaping ist ein mächtiges Werkzeug der Operanten Konditionierung und bedeutet, sich dem erwünschten Verhalten langsam anzunähern. So wird nicht von Anfang an eine perfekte Ausführung gefordert, vielmehr werden schon kleine Annäherungen an das gewünschte Verhalten verstärkt ...mehr [13 KB]
12. Kapitel - Prompting und Fading
Prompting ist eine Methode der Operanten Konditionierung, die man als Geben von Lernhilfen übersetzen kann. Eine Lernhilfe kann beispielsweise so aussehen, dass der Hund zum Erlernen des Hürdesprunges mit der Leine über die Hürde geführt wird. Wenn diese Hürde dann langsam abgebaut wird, der Hund dann nach einem Schwenker mit der Hand schon über die Hürde springt, hat Fading statt gefunden, was sich als Ausschleichen von Lernhilfen übersetzen lässt ...mehr [17 KB]
13. Kapitel - Knüpfen von Verhaltensketten
Einfache Verhaltensweisen wie "Sitz" und "Platz" sind leicht beigebracht. Wenn es jedoch darum geht, komplexere Verhaltensweisen wie im Hundesport beizubringen, kommt es auf das Knüpfen von Verhaltensketten an. Wie dies im einzelnen geschieht und worauf es dabei ankommt, wird in diesem Kapitel erklärt ...mehr [53 KB]
14. Kapitel - Einsatz konditionierter Verstärker
Lob, Streicheln und eben auch Klicker sind konditionierte Verstärker, die an die Stelle primärer Verstärker treten. Dieses Kapitel geht ein auf das Training mit dem Klicker und mit dem Target Stick. erläutert die Vor- und Nachteile des Klicker Trainings und erklärt, wann es sinnvoll ist, sie einzusetzen ...mehr [16 KB]
15. Kapitel - Löschung von unerwünschtem Verhalten
Es kommt nicht nur vor, dass Verhalten aufgebaut und entwickelt werden soll. Vielmehr kommt es fast genau so häufig vor, dass ein bestehendes Verhalten eliminiert werden soll. Wenn letzteres erfolgen soll, dann kann die operante Methode der Löschung eingesetzt werden. Allerdings nie bei einem Verhalten, das gefährlich oder aggressiv ist und zu Verletzungen bei Menschen oder Tieren führen kann. Wie Löschung wirkungsvoll eingesetzt werden kann, wird in diesem Kapitel anhand von Beispielen aus dem Hundesport und der Hundeerziehung dargestellt ...mehr [12 KB]
16. Kapitel - Differentielle Verstärkung
Die differentielle Verstärkung kombiniert Löschung eines unerwünschten Verhaltens mit der gezielten Verstärkung des erwünschten Verhaltens. Vorab muss festgelegt werden, welches Verhalten gelöscht und wie das angestrebte Zielverhalten aussehen soll. Ist das angestrebte Zielverhalten unvereinbar mit dem zu löschenden Verhalten, das heißt beide Verhaltensweisen können nicht gleichzeitig durchgeführt werden, beispielsweise kann der Hund nicht gleichzeitig sitzen und stehen, spricht man von DRI (differential reinforcement of incompatible behaviours), übersetzt in etwa differentielle Verstärkung einer unvereinbaren Verhaltensweise. Soll ein alternatives Verhalten entwickelt werden, spricht man von DRA (differential reinforcement of alternativ behaviour), etwas differentielle Verstärkung einer alternativen Verhaltensweise. Soll das unerwünschte Verhalten lediglich in seiner Auftretungshäufigkeit verringert werden, spricht man von DRL (differential reinforcement of low-rate behaviour), das heißt der Hund wird für ein Verhalten nur dann belohnt, wenn eine gewisse Zeitspanne seit der letzten Ausführung vergangen ist ...mehr [15 KB]
17. Kapitel - Kontrolle der situativen Bedingungen (Antezedenten) eines Verhaltens
Prinzipiell kann Einfluss auf die Umgebungsvarianten genommen werden, um das Auftreten eines erwünschten Verhaltens zu beschleunigen, bzw. das Auftreten eines unerwünschten Verhaltens zu erschweren. Die Analyse der Situation ist vorab erforderlich, ein bestimmter Hund zeigt unter bestimmten situativen Bedingungen (Antezedenten) ein bestimmtes Verhalten. das durch bestimmte Verhaltensfolgen (Konsequenzen) aufrecht erhalten wird. In diesem Kapitel wird nur auf mögliche Veränderungen der situativen Bedingungen (Antezedenten) eingegangen ...mehr [14 KB]
18. Kapitel - Einsatz von Bestrafungen
Hier wird der Einsatz von Bestrafungen diskutiert, zum einen was deren Wirksamkeit betrifft, zum anderen aber auch was die ethischen und moralischen Bedenken gegen ihren Einsatz betrifft. Am Beispiel von Elektrogeräten werden Einsatzbereiche und die möglichen sowohl positiven als auch negativen Auswirkungen auf den Hund aufgezeigt. Die Verhaltensanalyse könnte dabei im Hinblick auf den Umgang mit aversiven Methoden für die Hundeausbldung ein Vorbild sein und die Richtlinien könnten für das Training von Hunden übernommen werden. Offensichtlich gibt es in den USA bereits solche Bestrebungen, wobei die Ausbildung von Hunden da offensichtlich organisierter verläuft als in Deutschland ...mehr [18 KB]
Hier die vollständigen, übersetzten Kapitel:
"So lernt mein Hund"
von der Verhaltensbiologin Sabine Winkler. Informatives, für mich damals auch sehr hilfreiches Buch zur Hundeausbildung. Erklärt anschaulich die wesentlichen Begriffe der Verhaltenstheorie.
"Clicker Training for Obedience"
von dem Tierarzt Morgan Spector geschrieben veranschaulicht es die Anwendung des Clickers im Training für Obedience. In Deutschland ist Obedience bisher nicht so populär wie in den USA und in UK.
"Clicker Training für Hunde"
von Martin Pietralla, ausführliche Beschreibung der Prinzipien des Clicker Training mit praktischen Beispielen. Dazu gibt es zwei Videos, die das Ganze veranschaulichen. Lustig geschrieben, vermittelt den Spaß an der Sache.
"Advanced Schutzhung"
von Ivan Balabanov, beschreibt die Feinheiten der Ausbildung im Schutzdienst unter Berücksichtigung der Wettkampfaspekte. Die Ausbildungsmethodik von Ivan ist human und geht auf den Hund ein. Es gibt keine Bestrafung, dem Hund wird lediglich das Erreichen des Triebziels vorenthalten, wenn das gewünschte Verhalten nicht gezeigt wird. So bleibt der Hund aktiv und negative Verknüpfungen bleiben aus.




